Carsten Germis

Ausstieg aus dem Shutdown: In Zwickau bereitet VW die Produktion von Montag an vor

von befla

Volkswagen fährt nach gut fünfwöchiger Produktionspause seine Werke von nächster Woche an wieder hoch. Den Anfang machen vom kommenden Montag an die VW-Werke in der slowakischen Hauptstadt Bratislava und im sächsischen Zwickau, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mit. In Zwickau baut die Marke VW ihr erstes reines Elektromodell, den ID 3.

Das mit großem Aufwand angekündigte Elektroauto soll vom Sommer an an europäische Kunden ausgeliefert werden und ist Kernstück der Strategie von VW-Chef Herbert Diess bei der Wende zur Elektromobilität. In der Woche vom 27. April beginnt dann auch der Wiederanlauf der Produktion in den anderen deutschen VW-Werken und in Spanien, Portugal, Russland und den Vereinigten Staaten. Die Fabriken in Südamerika und Südafrika sollen sukzessive im Laufe des Mai folgen. 

Der bei der Marke VW für das operative Geschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter sagte am Mittwochabend, mit den Beschlüssen von Bund und Ländern und mit den Lockerungen von Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus in anderen europäischen Ländern seien jetzt „die Rahmenbedingungen geschaffen, die Produktion wieder schrittweise aufnehmen zu können“. Dazu gehört auch, dass Autohäuser von kommender Woche an wieder für Kunden geöffnet sein dürfen. Volkswagen habe sich auf den Neustart in den vergangenen drei Wochen intensiv vorbereitet, hieß es in Wolfsburg.

„Einen Standard in der Industrie“

„Neben der Erarbeitung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs zum Gesundheitsschutz der Belegschaft haben wir auch den Wiederaufbau unserer Lieferketten vorangetrieben“, sagte Brandstätter. Die sinkende Nachfrage und wachsende Probleme bei der Zulieferung von Komponenten hatten neben den staatlichen Vorgaben zum Schutz vor Corona dazu geführt, dass Konzernchef Diess Mitte März den Produktionsstopp in den europäischen Werken von Volkswagen bekannt gegeben hatte.

Der Produktionsanlauf erfolge entsprechend der derzeitigen Verfügbarkeit von Teilen, der staatlichen Auflagen und der Entwicklung in den Vertriebsmärkten, heißt es in der Mitteilung von VW. Der für die Produktion bei der Marke VW zuständige Vorstand Andreas Tostmann sagte, beim Hochfahren der Produktion habe die Gesundheit der Mitarbeiter Priorität. Mit rund 100 Maßnahmen zum Gesundheitsschutz will VW das Infektionsrisiko so gering wie möglich halten. Das reicht von Maskentragen über Sicherheitsabstände und Hygieneregeln bis hin zur Aufforderung, regelmäßig die Körpertemperatur zu messen. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, damit setze VW „einen Standard in der Industrie“. 

Wichtiger Anlauf

Dabei greift VW auch auf seine Erfahrungen in China zurück, wo in 32 der 33 Werke, die das Unternehmen dort mit seinen Kooperationspartnern betreibt, schon wieder produziert wird. In China seien viele konsequente Maßnahmen zum Gesundheitsschutz konsequent umgesetzt worden, heißt es in der Mitteilung von VW. „Es ist kein Fall von Covid-19 in der dortigen Belegschaft aufgetreten.“ 

Um die Versorgung der Werke in dem ostasiatischen Land sicherzustellen, haben die Komponentenwerke von VW in Braunschweig und Kassel am 6. April damit begonnen, die Produktion wieder anzufahren. Die Komponentenwerke in Salzgitter, Chemnitz und Hannover sowie in Polen folgten nach Ostern. „Der schrittweise Anlauf unserer Werke war wichtig, um die Belieferung der Übersee-Werke abzusichern“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Marke Volkswagen-Group Componente, Thomas Schmall.

Nun gelte es, „markenübergreifend alle fahrzeugproduzierenden Werke mit Komponenten zu versorgten“. In den Komponentenwerken werden unter anderem Motoren und Getriebe für die Konzernmarken gebaut.

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