„Wir sind nur Teenager, die für Demokratie kämpfen“: Einige Demonstranten harrten am Mittwoch noch am Flughafen aus.

China verweigert amerikanischen Kriegsschiffen Einfahrt nach Hongkong

von befla

Chinas Regierung hat nach Angaben des amerikanischen Außenministeriums zwei amerikanischen Kriegsschiffen einen Aufenthalt im Hafen von Hongkong verweigert – inmitten der angespannten Lage in der Region. Man habe entsprechende Anfragen abgelehnt, hieß es.

Laut der amerikanischen Pazifikflotte sollte das Docklandungsschiff „USS Green Bay“ eigentlich am kommenden Samstag einen Zwischenstopp in der chinesischen Sonderverwaltungszone einlegen, der Kreuzer „USS Lake Erie“ sollte kommenden Monat in Hongkong einlaufen. Einzelheiten wurden vom amerikanischen Außenministerium nicht genannt. Das Verhältnis zwischen China und den Vereinigten Staaten ist derzeit durch den Handelskonflikt belastet.

Zudem macht Peking dem Westen und insbesondere den Vereinigten Staaten zunehmend Vorwürfe, die Proteste in Hongkong zu fördern. In der Stadt kommt es seit mehr als zwei Monaten immer wieder zu massiven regierungskritischen Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser war ein inzwischen auf Eis gelegter Gesetzentwurf der Regierung zur erleichterten Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiten Bewegung.

Flugbetrieb läuft wieder

Am Montag und Dienstag kam es durch Protestaktionen zu massiven Störungen des Flugverkehrs. Am Mittwoch lief der Flugbetrieb in Hongkong wieder an, weitgehend planmäßig. Zwar wurden noch immer viele Flüge als gestrichen angezeigt, Dutzende Flieger starten aber am Morgen und der Flughafen begann damit, den Rückstau der vergangenen Tage abzuarbeiten. Der Flughafen ist ein Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien.

Laut einer Mitteilung vom Mittwoch erwirkte der internationale Flughafen eine einstweilige Verfügung gegen Demonstranten. Damit sollen „Personen davon abgehalten werden, rechtswidrig und vorsätzlich die korrekte Nutzung des Flughafens zu behindern oder stören“, hieß es. Zudem wurden Proteste oder Demonstrationen außer in dafür freigegebenen Bereichen auf dem Gelände des Flughafens verboten.

Nachdem die meisten Protestler in der Nacht nach Hause gegangen waren, harrten am Mittwoch noch etwa 50 Demonstranten am Flughafen aus, wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ berichtete.

Tausende Einwohner hatten ihre anhaltenden Proteste gegen die Stadtregierung und die Polizei auf den Flughafen ausgeweitet und dort mit Sitzblockaden die Abfertigung von Passagieren behindert. Sowohl am Montag als auch am Dienstag musste der Flugbetrieb deshalb gestoppt werden.

Am Dienstag war es zudem zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Dutzende Beamte mit Schlagstöcken, Helmen und Schilden drangen in den von Aktivisten besetzten Flughafen ein, der wegen der Blockade stundenlang komplett lahmgelegt war.

Tausende Anhänger der Protestbewegung hatten wie schon am Vortag die Ankunfts- und Abflughallen besetzt. Mit Gepäckwagen und anderen Gegenständen wurden Barrikaden errichtet. Die Polizei hatte sich tagsüber zunächst zurückhaltend verhalten.

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