Ein Erfolgsmodell

Ein Erfolgsmodell

von befla

Herr Graf, wie sind Sie 2007 zu diesem Projekt gekommen?

Werner Graf: Meine Vorgängerin, Gerlinde Kuhnmünch, sprach mich an, ich hatte selbst schon an Exkursionen teilgenommen. Das könnte passen, habe ich mir gedacht – und es passte.

 

Was hat Sie prädestiniert?

Graf: Ich war 38 Jahre Leiter der Volkshochschule des Kreises und hatte sehr viele Kontakte in den ganzen Kunst- und Museumsbereichen.

 

Welche Ziele haben Sie verfolgt?

Graf: Insgesamt habe ich Wert auf ein differenziertes Veranstaltungsprogramm gelegt und wollte auf bedeutende Ausstellungen und Kunstereignisse hinweisen. Es ging mir darum, über Entwicklungen in der Kunstszene zu informieren sowie beim Besuch von Ausstellungen auch mit Werken zeitgenössischer Kunst bekannt zu machen, ein Verständnis moderner, zeitgenössischer Kunst zu vermitteln. Primär ging es darum, Verständnis und Interesse zu wecken, ins Gespräch zu kommen, Barrieren abzubauen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

 

Kommunikation stand also im Vordergrund?

Graf: Ja, ich verstehe Kunst immer auch als Medium zur Verständigung und Kommunikation.

 

Das Angebot kam sehr gut an, habe ich mir sagen lassen…

Graf: Ja, alle Angebote waren spätestens innerhalb einer Woche nach Erscheinen der Halbjahresprogramme ausgebucht und wurden teilweise wegen der Nachfrage mehrmals durchgeführt. Die Auswahl stimmte, der Austausch wurde gerne angenommen. Unter den Teilnehmenden waren viele allein stehende Frauen, die sich auf das  monatliche Angebot besonders freuten. Im Bus wurden die Unterlagen verteilt, man hat sich um nichts kümmern müssen, es war ein Rundum-Sorglos-Paket.

 

An welche Veranstaltungen denken Sie besonders gerne zurück?

Graf: Fast alle der 135 Angebote waren für viele Teilnehmer/innen ein persönliches Highlight. Es gab Führungen durch fast alle privaten Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, es gab diverse Atelier-Gespräche mit Künstlern, wir besuchten internationale Kunstmessen, waren in der Völklinger Hütte und dem Skulpturenpark im Emmental. Der Besuch der Biennale in Venedig war sicher etwas ganz Herausragendes. Und für all das brauchten wir keinen Zuschuss vom Seniorenbüro – wobei ich betonen will, dass die Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro immer sehr angenehm war.

 

Warum beenden Sie dieses Erfolgsmodell?

Graf: Es sind persönliche Gründe, die mich zu diesem Schritt veranlasst haben. Ich bedauere dies, denn die vielfältige Arbeit hat mir sehr viel Freude gemacht, nicht zuletzt wegen der großen Resonanz der Teilnehmenden.

 

Wie wird es mit dem Kulturkreis weitergehen?

Graf: Das kann ich nicht sagen – ich bin allerdings gerne bereit, Hilfestellung zu geben und meine Nachfolge zu unterstützen.

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