Epidemiologe über Coronavirus: „Wir haben mehr Zeit als China“

von befla

Nach dem Ausbruch des Coronavirus desinfizieren Mitarbeiter ein Büro in Schanghai. Bild: Reuters

Wie wird sich die Coronavirus-Epidemie weiter entwickeln? Im Interview entwirft Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung drei Szenarien – und erklärt, warum die Gefährlichkeit des Virus so schwer einzuschätzen ist.

Herr Krause, täglich gibt es neue Berichte über rasch steigende Zahlen an Toten und Infizierten durch Corona. Was lässt sich über den weiteren Verlauf der Epidemie vorhersagen?

Lucia Schmidt

Lucia Schmidt

Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Ich glaube, dass das Muster der jetzigen Daten sehr stark davon geprägt ist, dass es solch drastische Quarantänemaßnahmen und Reisebeschränkungen in China gibt. Diese Tatsache erschwert die Voraussage. Wir wissen eben nicht: Hält sich die Ausbreitung außerhalb von Wuhan aufgrund dieser Maßnahmen in Grenzen, oder würde sich das Virus auch davon unabhängig nicht so schnell verteilen? Dazu kommt, dass man in den Ländern außerhalb Chinas sehr gute Daten dazu hat, wer wann erkrankt ist, wer die Kontaktpersonen waren, wie schwer die Erkrankung verläuft. Das haben wir für die Fälle in China nicht. Was auch kein Wunder ist bei der hohen Zahl an Fällen. Das sind aber genau die Daten, die man für eine solide Risikoeinschätzung braucht.

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