Folge der Corona-Krise: Unternehmer Kühne: Merkel könnte nochmal antreten

von befla

Der deutsche Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist zufrieden damit, wie Angela Merkel Deutschland durch die Corona-Krise führt – und traut ihr eine weitere Amtszeit als Bundeskanzlerin zu. „Frau Merkel hat sich wieder gefangen. Mit ihrer ausgleichenden Art macht sie es sehr geschickt“, sagte der Mehrheitseigentümer des Logistik-Konzernes Kühne+Nagel in einem Interview mit der „Welt“, und fügte hinzu: „Der Weg der Lockerungen erscheint mir vernünftig. Sollte die Krise noch länger andauern, wäre ein erneutes Antreten eine Lösung. Auch wenn ich das für unwahrscheinlich halte.“

Besorgt äußerte er sich in dem Gespräch hingegen über die gewaltigen Hilfsprogramme, die von der Bundesregierung auf den Weg gebracht worden sind, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern. Wenn Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in diesem Zusammenhang von einer „Bazooka“ spreche, erschrecke ihn das schon. „Seine Partei, die SPD, ist eher für das Schuldenmachen als für gutes Wirtschaften bekannt“, sagte Kühne.

Er können „noch nicht wirklich erkennen, wie zum Beispiel dem Mittelstand flächendeckend geholfen wird“. Die Kredite der KfW nützten wenig, so Kühne weiter. „Etwa in der Hotellerie gibt es erhebliche Verluste, für die der Staat mehr als in anderen Branchen eintreten sollte.“

Kühne, der nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg mit einem Vermögen von gegenwärtig mehr als 19 Milliarden Dollar zu den einhundert reichsten Menschen auf der ganzen der Welt zählt, mahnte zudem, auch die vergleichsweise soliden deutschen Staatsfinanzen zu überdehnen. Man dürfe „das Schuldenmachen jetzt nicht übertreiben“. Er erwarte große Spannungen in der Regierungskoalition in den kommenden Monaten, wenn es um die Sanierung des Haushaltes gehen werde.

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