Hausach: Am Dach der Welt findet er das Glück

Hausach: Am Dach der Welt findet er das Glück

von befla

Anhand schöner Bilder und kleiner Filmsequenzen ließ Violo das Publikum an seiner Tour durchs Gebirge teilhaben und entführte anschließend in die Hauptstadt Katmandus. Dort habe er neben dem Zentrum des buddhistischen Glaubens auch das Kinderheim „Happy Bottlehaus“ kennen gelernt, das seinen Namen aus der Bauweise aus leeren Flaschen und Lehm bekommen hatte. 46 Waisen würden dort leben, das Projekt funktioniere seit zehn Jahren sehr gut und werde von ihm finanziell unterstützt. Die dazu gehörende Kundalinee-Schule, in der 400 Schüler aus armen Familien unterrichtet werden, sei beim Erdbeben zerstört worden. Ein Schweizer Architekt habe sich an den Wiederaufbau gemacht. „Es braucht noch ein bisschen, bis alles fertig ist, es fehlen finanzielle Mittel“, erklärte Violo. Er spende zehn Prozent der Gage seiner Vorträge und bringe gespendetes Geld persönlich nach Nepal. Das Thema „Glück“ begleite ihn auf jeder seiner Reisen, und so habe ihn Bhutan besonders fasziniert: „Ein Land, in dem das Glück wichtiger ist als das Bruttosozialprodukt und von dem aus der Begriff ›Bruttosozial-Glück‹ um die Welt ging.“ Ein Glücksminister wie in Bhutan wäre eine wunderbare Idee, das würde er sich für seine neue österreichische Regierung auch wünschen. Die Kommunikation habe mit Händen und Füßen stattfinden müssen, es gebe nur eine einzige geteerte Straße im Land. Mit farbenprächtigen Bildern wurden Tempelbesuche und Maskenfeste lebendig, das Erleben des Dalai Lamas sei einer der Höhepunkte gewesen. Im Norden Indiens wurde zwischen Pakistan und Tibet das Land Ladkah per Motorrad bereist, die Höhenkrankheit besiegt, die Spangnak-Region durchwandert und am Ende ein 6000er bestiegen. „Ich war im Vorfeld extrem nervös“, gestand der Fotograf und ließ die Besucher an der Herausforderung und Anstrengung teilhaben. Eine Flusswanderung bei Temperaturen von bis zu Minus 30 Grad habe ihn die Seele des Himalayas spüren lassen und für einige Wochen sei er mit Ehefrau Karin und den drei Kindern unterwegs gewesen. Zauberhafte Bilder führten schließlich nach Tibet, wo Violo das Geburtstagsfest Buddhas mitfeierte und den heiligsten Berg des Landes umwanderte. „Trotz Kontrolle, Überwachung und Unterdrückung kann der Traum der Tibeter nach Freiheit nicht unterbunden werden“, resümierte der Fotograf. Doch während sich einige Tibeter im Versuch des Erhalts ihrer Tradition mühten, würden sich chinesische Kinder mit tibetischen Trachten verkleiden. „Für mich ein unüberwindbarer Widerspruch!“, betonte Violo und stellte abschließend seine Tour zum Basislager am Mount Everest vor. Beim Fotografieren des Berges im letzten Licht der untergehenden Sonne habe er den Höhepunkt aller seiner Reisen erreicht. „Ich habe mein Glück gefunden – hier am Dach der Welt.“ Am Freitag, 7. Februar, stehen ab 20 Uhr die Kanaren im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Kinzigtal weltweit“. Profi-Filmer Stefan Erdmann wird die Vielseitigkeit und Faszination der Landschaft, aber auch das Lebensgefühl, das Brauchtum und die Traditionen der Bewohner auf die Leinwand bringen.

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