Hausach: Unterwegs mit dem "Gülleraumschiff"

Hausach: Unterwegs mit dem “Gülleraumschiff”

von befla

“Die Größe unserer Grünlandflächen ist auf unsere Tieranzahl abgestimmt”, so Kohmann, und jeder Stickstoffverlust durch Verwirbelung oder Auswaschung sei letztlich dann auch ein wirtschaftlicher Verlust. Der größte Vorteil der bodennahen Ausbringung sei aber die Entkopplung von den in den trockenen Sommern immer enger werdenden Zeitfenstern für die Gülle-Ausbringung. Bisher mussten zwei Bedingungen erfüllt sein, die Wiesen mussten relativ frisch gemäht sein und die Wettervorhersage Niederschläge anzeigen. Mit der bodennahen Ausbringung muss die Wiese nicht mehr stoppelkurz sein, die Gülle kommt direkt ins Erdreich und verschmutzt so das längere Gras nicht. Regen bleibt somit der einzige Bestimmungsfaktor, was deutlich Zeitdruck von den Landwirten nimmt. Bauartbedingt ist der neue Anhänger für Steillagen nicht geeignet, beträgt seine Gesamtmasse mit vollem Gülletank doch stolze 18 Tonnen. In manchen Bereichen wird das vertraute Bild – vorn ein Traktor, der ein Güllefass zieht, hinten spritzt die Gülle Bogen heraus – auch weiterhin erhalten bleiben. Etwa 100 000 Euro haben die beiden Landwirte für den Anhänger ausgegeben, 20 Prozent davon mit einem Förderprogramm bezuschusst. “Für mich ist die Landwirtschaft damit ein Stück weit runder geworden”, greift Kohmann sein Berufsmotto als Landwirt am Ende wieder auf. Und auch die Geruchsbelästigung hat deutlich abgenommen. Kohmann hat das “Gülleraumschiff” Anfang dieser Woche auf seinen gepachteten Wiesenflächen im Kirnbachbachtal eingeweiht. Wo sich mit dem alten System noch tagelang der Geruch im Tal hielt, ist jetzt kaum noch etwas davon zu bemerken.

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