Hinrichtung mit 16 Jahren: Das kurze Leben des Heinz Petry

von befla

Der Schüler Heinz Petry ging seit 1941 auf die Adolf-Hitler-Schule in Königswinter.
Bild: Edgar Schoepal

Weil er 1945 für die Wehrmacht spionierte, wurde ein 16 Jahre alter Junge aus Euskirchen von den Amerikanern hingerichtet – noch drei Wochen nach Kriegsende.

Franz Oppenhoff rechnete mit seinem vorzeitigen Tod: „Sie haben geschworen, mich umzubringen, und ich fürchte, dass sie es auch tun werden“, soll der Aachener Oberbürgermeister im Februar 1945 gegenüber Freunden gesagt haben. Der Jurist, der sich im „Dritten Reich“ geweigert hatte, der NSDAP beizutreten, und den Nationalsozialisten als unzuverlässig galt, weil er als Anwalt auch Verfolgte des Nazi-Regimes verteidigt hatte, war am 31.Oktober 1944 von den Amerikanern als Oberbürgermeister eingesetzt worden. Kurz zuvor erst hatten amerikanische Truppen die Stadt Aachen eingenommen. Den Nazis galt der 42 Jahre alte Oppenhoff fortan als „Verräter“ und „Kollaborateur“. Der Reichsführer SS Heinrich Himmler persönlich soll seine Ermordung beauftragt haben.

Peter-Philipp Schmitt

Der Deckname der Aktion lautete „Unternehmen Karneval“. Beteiligt an Oppenhoffs Ermordung waren unter anderen die 23 Jahre alte Führerin des Bundes Deutscher Mädel (BDM) Ilse Hirsch und der 16 Jahre alte Hitlerjunge Erich Morgenschweiss. Beide stammten aus Euskirchen, beide waren „Werwölfe“, also nationalsozialistische Partisanen, die im Auftrag Himmlers in der Endphase des Krieges Sabotageakte begehen sollten.

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