Hornberg: Luca Bischler ist Bundesbester

von befla

„Das schöne an meinem Beruf ist, dass wir wenig mit Maschinen arbeiten und die meisten Arbeitsschritte mit der Hand ausführen“, erklärt der Haslacher, der in seiner Freizeit vor allem gerne Sport wie Snowboarden, Volleyball, oder Motorradfahren, treibt. Zudem sei der Werkstoff Gips sehr angenehm. Sein Job sei nie eintönig und jedes Modell, das er entwickle, und jeder Arbeitsschritt, den er ausführe, seien niemals zu 100 Prozent die gleichen, informiert Bischler. Kein Modell und kein Arbeitsschritt gleicht dem anderen Auf die Frage hin, was eigentlich ein Industriekeramiker beziehungsweise ein Modelleur macht, nimmt Bischler ein Blatt Papier zur Hand und zeichnet einen Waschtisch auf. Im Grunde genommen entwickle er mit seinen Kollegen die ersten Prototypen der Sanitärkeramik-Produkte. Die Idee komme vom Designer, er begleite die Modelle soweit bis sie zur Produktion frei gegeben werden (siehe Info). „Die Ausbildung ist vor allem projektbezogen“, erklärt Bischler. Von Anfang an habe sein Ausbilder Cavelius darauf Wert gelegt, dass die Azubis selbstständig und lösungsorientiert arbeiten. Das Prinzip laute „Vormachen und Nachmachen“. Nachdem er als Lehrling die ersten praktischen Grundkenntnisse erlangt hatte, galt es, beispielsweise einen Waschtisch von der ersten Zeichnung bis zum fertigen Prototypen zu entwickeln. „So wurden wir im ersten Augenblick bewusst überfordert, damit wir uns die einzelnen Arbeitsschritte selber beibringen“, erklärt Bischler. Der theoretische Part der Lehre erfolgte im mehrwöchigen Blockunterricht an der Berufsbildenden Schule Keramik in Höhr-Grenzhausen (Westerwaldkreis) in Rheinland-Pfalz. Zudem gehörten ein Auslandspraktikum am Duravit-Produktionsstandort in Bischwiller zur Ausbildung, durch das Bischler auch einen „Europass“ erhielt. Durch einen Grundkurs im „CAD“ (Computer Aided Design, zu Deutsch „rechnerunterstütztes Konstruieren“) erlangte der Haslacher Kenntnisse, um Produkte mittels EDV am PC zu entwickeln. „Die Arbeit am Computer wird einfach immer mehr“, erklärt der 21-Jährige. Dass er von der Industrie- und Handelskammer nun sogar auf Bundesebene ausgezeichnet wird, mache ihn „schon stolz“, sagt Bischler. Zwar wusste er nach Bestehen seiner Ausbildung natürlich bereits, dass er diese mit 93 Prozent – was der Note Eins entspricht – absolviert hat, jedoch lag der Brief mit der Einladung nach Berlin früher im Postkasten als die Mitteilung, dass er auf Kreisebene als Bester abgeschnitten hat. Sein Gesellenstück für die praktische Prüfung, die er mit insgesamt 94 Prozent bestand, ist übrigens eine quadratische Schale, die wie ein Waschtisch aufgebaut ist, erläutert Bischler. Barbara Schöneberger moderiert die Auszeichnungsfeier Zur Auszeichnungsfeier der IHK in Berlin am kommenden Montag, 9. Dezember, fährt er gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Ausbilder Cavelius. Was ihn dort genau erwarte, wisse er noch nicht. Jedoch soll die Moderatorin Barbara Schöneberger durch das Programm führen, berichtet der Industriekeramiker. Nach Abschluss seiner Ausbildung bleibt er seinem Lehrbetrieb treu. „Ich wurde übernommen und möchte in zwei Jahren gerne meine Meisterausbildung beginnen“, berichtet der 21-Jährige. Aktuell arbeitet er an seiner ersten eigenen Mutterform, die als Ausgangspunkt für spätere Arbeitsformen genutzt wird. Industriekeramiker, Fachrichtung Modelltechnik, erlangen Kenntnisse über Roh- und Hilfsstoffe für Keramikmassen, Glasuren, Formen und Einrichtungen. Außerdem erstellen sie technische Zeichnungen, Modelle und Mutterformen und betreuen die Modelle durch alle Produktionsabteilungen bis zur Produktionsfreigabe. Eine permanente Aufgabe ist die Analyse und Optimierung von Produktionsabläufen, heißt es auf der Internetseite der Firma Duravit.

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