Matthias Rüb

im Wahlkampfmodus: Salvini wird in Mondragone niedergeschrieen

von befla

Nicht mehr der Polit-Rabauke? Salvini am Montag in Mondragone.
Bild: AFP

Längst ist Salvini im Wahlkampfmodus für den Herbst, wenn Regionalwahlen in Italien stattfinden. Doch sein Auftritt in Mondragone ist nach zwei Minuten vorbei. Er muss umkehren, ohne gesprochen zu haben.

Der Auftritt Matteo Salvinis in Mondragone war nach kaum zwei Minuten vorüber: Die Lautsprecheranlage fiel aus. Ein Sabotageakt einer der zahlreichen Gegendemonstranten? Bald nach seiner missratenen Rede verließ Salvini die Küstenstadt mit rund 29.000 Einwohnern nordwestlich von Neapel. Zum abrupten Abschied sagte der frühere Innenminister: „Torneró, torneró, torneró!“ Sein Versprechen der baldigen Rückkehr gab Salvini wie einen Schwur. Im September werden in Kampanien sowie in sechs weiteren der insgesamt zwanzig Regionen Italiens die Präsidenten und Parlamente neu bestimmt. Längst ist Salvini, Chef der rechtsnationalistischen Partei Lega, wieder im Wahlkampfmodus.

Matthias Rüb

Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

Die drei Monate Lockdown und Shutdown wegen der Corona-Pandemie bis Ende Mai haben dem Politiker, der den persönlichen Kontakt zu den „kleinen Leuten“ wie kein Zweiter pflegt, schwer zugesetzt: Seine persönlichen Zustimmungsquoten haben gelitten. Denn Zeiten der Krise sind Zeiten der Exekutive. Zu der gehört Salvini aber seit August 2019 nicht mehr, weil er in der verblendeten Hoffnung auf einen Sieg bei baldigen Neuwahlen das im Juni 2018 von ihm geschlossene Regierungsbündnis mit der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung hatte platzen lassen. Seit September regiert in Rom eine Linkskoalition von Fünf Sternen und Sozialdemokraten, geführt nach wie vor vom parteilosen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte.

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