In mehreren Großstädten: Tausende Demonstranten fordern Aufnahme der Moria-Flüchtlinge

In mehreren Großstädten: Tausende Demonstranten fordern Aufnahme der Moria-Flüchtlinge

von befla

Nach der Zerstörung des griechischen Flüchtlingslagers Moria durch einen Großbrand haben mehrere Tausend Menschen bei Demonstrationen von der Bundesregierung gefordert, Geflüchtete von dort und von anderen Inseln der Ägäis in der EU und Deutschland aufzunehmen. In Berlin beteiligten sich am Mittwochabend laut Polizei rund 3000 Menschen, in Hamburg mehr als 1200 und in Frankfurt am Main 300. Auch in zahlreichen anderen Städten waren Proteste angekündigt, darunter Mainz, Fulda und Darmstadt.

Sie verlangten die sofortige Evakuierung aller Lager auf den griechischen Inseln und die Aufnahme der Menschen. Einzelne Staaten müssten dabei vorangehen, da eine europäische Lösung nicht in Sicht sei, erklärte die Organisation „Seebrücke“. Auch die Internationale Liga für Menschenrechte hatte zu den Kundgebungen unter dem Motto „Wir haben Platz!“ aufgerufen. Die Demonstranten zeigten Plakate mit Aufschriften wie „Moria evakuieren“ und „Shame on you EU“ („Schande über Dich, EU“). Eine Evakuierung des Lagers sei wegen der dort herrschenden unhaltbaren hygienischen Zustände schon vor dem Feuer nötig gewesen, sagten Redner.

Mit Ausnahme der AfD-Fraktion boten alle in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen Parteien und der rot-grüne Senat den Flüchtlingen Hilfe in Hamburg an. Sie forderten die Bundesregierung auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Die niederländische Regierung kündigte dagegen an, keine Flüchtlinge aufnehmen zu wollen. „Die Niederlande haben immer den Standpunkt vertreten, dass wir keine Menschen übernehmen“, sagte die Staatssekretärin im Justizministerium, Ankie Broekers-Knol, dem TV-Sender RTL Nieuws am Mittwoch. Den Haag hatte Griechenland zuvor humanitäre Hilfe zugesagt. „Aber Flüchtlinge zu übernehmen, wie Deutschland das tun will, da ist die Antwort: nein.“

Bei offenbar gelegten Bränden in der Nacht zum Mittwoch war das Camp fast vollständig zerstört worden. Dort waren statt der vorgesehenen 3000 Migranten mehr als 12.000 untergebracht.

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