Keine Einigkeit bei den Ringern

Keine Einigkeit bei den Ringern

von befla

Mehrere Landesverbände haben die kommende Saison der Ringer bereits abgesagt. In Südbaden sollen die Vereine entscheiden. DRB-Präsident Manfred Werner warnt vor massiven Schäden für den Ringkampfsport.

Die Absagen von Mannschaftsrunden bei den Ringern häufen sich. Nur noch der Südbadische (SBRV) und der Württembergische Ringerverband (WRV) halten an der ab Oktober geplanten Saison fest, wollen die Entscheidung aber den Vereinen überlassen. Manfred Werner, der Präsident des Deutschen Ringer Bundes (DRB), beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge und warnt: „Werfen wir nicht zu früh die Flinte ins Korn?“

Regionalliga abgesagt

Nachdem der Landesverband Nordrhein-Westfalen bereits im Mai die Mannschaftsrunde gestrichen hatte, entschieden sich in der vergangenen Woche sechs von zehn Regionalligisten aus Baden-Württemberg gegen die Durchführung. Daraufhin wurde die Runde von Sportreferent Hardy Stüber (Mühlacker) offiziell abgesagt. Als Folge hat sich auch der Nordbadische Ringerverband (NBRV) dazu veranlasst gesehen, die Saison in seinem Verbandsgebiet zu streichen, nachdem nur zwei von 22 Vereinen teilnehmen wollten. Einer der Hauptgründe war jeweils, dass bei den Zuschauern in der Halle die Abstandsregelung eingehalten, die Daten erhoben und ein Hygienekonzept erstellt werden müssen.

Landesliga soll stattfinden

Nach Auskunft von SBRV-Sportreferent Ralf Schick (Ettenheim) haben sich mit dem KSV Gottmadingen, WKG Weitenau-Wieslet und RG Hausen-Zell bereits drei südbadische Vereine gegen eine Teilnahme an einer Verbandsrunde in diesem Jahr ausgesprochen. Damit verbleiben in der Landesliga nur noch sieben Vereine. Trotzdem will der Verband eine Mannschaftsrunde ab dem 3. Oktober ermöglichen.
Der Vorschlag von Schick stützt sich auf freiwillige Basis und einmalige Richtlinien. Demzufolge sollen Vereine, die nicht teilnehmen wollen, pausieren und werden nicht sanktioniert. Die Runde soll ohne Auf- und Abstieg gerungen werden. Um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, dürfen keine Neuzugänge aus dem Ausland oder aus höheren Ligen starten. Der KSV Tennenbronn II und KSV Hof­stetten II dürfen nur mit Ringern antreten, die in der Saison 2019 nicht mehr als 50 Prozent ihrer Kämpfe in der ersten Mannschaft bestritten haben. 

Appell vom Präsidenten

Sofern in der Oberliga Südbaden nicht alle Vereine teilnehmen wollen wird erwogen, die Regionalligisten Tennenbronn und Hofstetten mitringen zu lassen. „Eine Durchführung der Runde macht nur Sinn, wenn mindestens fünf Vereine je Liga teilnehmen“, macht der Sportreferent deutlich. Deshalb soll eine Abfrage bei den Vereinen vorgenommen werden, wofür sie Zeit bis zum 7. Juli erhalten. Dadurch könnte das Abstimmungsergebnis bei der Hauptausschusssitzung am 8. Juli in Gutach-Siegelau bekannt gegeben werden.
„Gerade in den letzten Tagen wurden wieder Lockerungen in nahezu allen Bundesländern bekannt gegeben, die auch einen Wettkampfbetrieb in der Halle zulassen. Bis zum geplanten Saisonbeginn können wir mit weiteren Lockerungen rechnen“, erwartet Werner, der bei Absage fast aller Wettbewerbe einen großen Schaden für den Ringkampfsport befürchtet. „Wir erscheinen nicht in der Öffentlichkeit, können talentierte Nachwuchssportler an andere Sportarten verlieren und das Vereinsleben stirbt ohne die Meisterschaftskämpfe weitgehend“, glaubt der DRB-Präsident und wird noch deutlicher: „Hallensportarten wie Handball, Tischtennis, Basketball oder Volleyball machen uns das vor: Sie alle spielen ihre Verbandsrunden. Und wir schauen nur zu? Wollen bzw. können wir das verantworten? Ich meine deutlich: Nein!“

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