Konflikt um Atomprogramm: Iran erhöht Urananreicherung

von befla

Iran hat die Urananreicherung trotz eines Verbots im internationalen Atomabkommen nach eigenen Angaben auf fünf Prozent gesteigert. „Entsprechend unseres Bedarfs und unserer Befehle produzieren wir derzeit fünf Prozent“, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, am Samstag auf einer Pressekonferenz. Sein Land verfüge über die Fähigkeit, die Urananreicherung in jede beliebige Höhe zu steigern.

Das Atomabkommen aus dem Jahr 2015 verbietet es dem, Uran auf mehr als 3,67 Prozent anzureichern. Vor dem Abkommen hatte die Urananreicherung Irans bei 20 Prozent gelegen. Zur Herstellung eines nuklearen Gefechtskopfs sind 90 Prozent nötig.

Erst in der Nacht zum Donnerstag hatte Iran die Urananreicherung in der Atomanlage Fordo offiziell wiederaufgenommen und damit einen weiteren Schritt in seiner Abkehr vom Atomabkommen vollzogen. Die Urananreicherung in Fordo war zuvor gemäß dem Vertrag stillgelegt worden.

Iran zieht sich seit Mai schrittweise aus dem internationalen Atomabkommen zurück. Er reagiert damit auf den einseitigen Ausstieg der Vereinigten Staaten aus der Vereinbarung und der Verhängung scharfer neuer Wirtschaftssanktionen. Teheran will mit dem schrittweisen Rückzug den Druck auf die verbliebenen Vertragspartner erhöhen, mehr zur Rettung des Atomabkommens und zur Aufrechterhaltung der Wirtschaftsbeziehungen zu unternehmen.

Iran wird seit langem verdächtigt, nach Atomwaffen zu streben. Teheran hat dies stets bestritten und betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Im Zentrum des Streits steht die Urananreicherung, da hoch angereichertes Uran für Atomwaffen benötigt wird. Niedrig angereichertes Uran wird aber auch zur Energiegewinnung verwendet.

Im Streit um die Behandlung einer Inspekteurin der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch die iranischen Behörden in der Atomanlage Natans stellte deren Sprecher Kamalwandi eine Veröffentlichung von Aufnahmen des Vorfalls in Aussicht. Damit sollen die Darstellungen Teherans belegt werden, wonach die Inspekteurin im Eingangsbereich einen Alarm ausgelöst habe. Ihr wurde der Zugang verwehrt. Die Vereinigten Staaten und die EU übten scharfe Kritik am Vorgehen der iranischen Behörden.

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