Reiner Burger

Missbrauchsfall in Münster: Drei weitere Tatverdächtige festgenommen

von befla

Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Münster sind am Dienstagmorgen drei weitere Tatverdächtige festgenommen worden. Das teilte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf mit. Es habe eine konzertierte Aktion der Polizeien in Niedersachen, Hessen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gegeben, bei der 180 Beamte im Einsatz seien. „Es gibt auch Hinweise auf ein siebtes Opfer. Aktuell sind es also 21 Tatverdächtigen, davon sind jetzt zehn in Haft“, sagte Reul.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der 27 Jahre alte Adrian V. aus Münster. Der zweifach einschlägig vorbestrafte selbständige EDV-Unternehmer ist nach bisherigem Stand der Erkenntnisse der Organisator der überregional agierenden Pädokriminellen-Gruppe, die die Möglichkeiten der virtuellen Welt konsequent nutzte, um fürchterlichste Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen.

Anhand der bisher ausgewerteten Dateien wirft ihm die Staatsanwaltschaft Münster im Kern aktuell 15 Fälle schweren Missbrauchs vor. Opfer soll jeweils sein zehn Jahre alter Stiefsohn gewesen sein, den Adrian V. nach bisherigen Erkenntnissen zudem unter anderen an Pädokriminelle aus Brandenburg und Hannover gegen Bezahlung weitergegeben hat. Aus einer gelöschten, aber rekonstruierten Aufzeichnung geht hervor, wie V. mit drei weiteren Männern Ende April seinen Stiefsohn und ein zweites Kind über Stunden hinweg quälte und vergewaltigte. Tatort war eine von Carina V., der Mutter von V., gepachtete Gartenlaube. Sie soll vom Tun ihres Sohns gewusst haben und zählt deshalb zu den Beschuldigten, die in Untersuchungshaft sitzen.

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