Neuried: "Zusammenarbeit ist phänomenal"

Neuried: „Zusammenarbeit ist phänomenal“

von befla

Dass die Flüchtlingshilfe so gut funktioniert, habe zwei Gründe: Zum einen würde die gesamte Gemeinde hinter der Arbeit stehen: „Die Unterstützung der Vereine, der Kirchengemeinde und der Verwaltung ist phänomenal.“ Zum anderen spiele die „optimale“ Größe der Gemeinde eine Rolle. „Wir kennen jeden Flüchtling persönlich, das ist in anderen größeren Gemeinden nicht mehr möglich.“ Auf den Lorbeeren ausruhen, könne sich Kopf und das Netzwerk Gastfreundschaft (siehe Info) jedoch nicht: Noch immer suche man nach einer Möglichkeit, den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ein Angebot zu bieten. „Während Kinder in einem Verein Anschluss finden, ist es bei den Heranwachsenden etwas schwieriger.“ Darüber hinaus gelte es Wohnungen zu finden. Diskriminierung habe weder Eslam erfahren, noch seien Vorkommnisse in dieser Richtung gegenüber anderen Flüchtlingen an Kopf herangetragen worden. „Die ›Hab-acht-Stellung‹ habe ich dennoch nicht verloren“, sagt die Gemeindemitarbeiterin und verweist auf die 10,5 Prozent AfD-Wähler in Neuried. Die Vorurteile, die manche Einwohnern hätten, würde sie bei den Flüchtlingen kommunizieren. „In der Öffentlichkeit laut geworden, ist bislang noch keiner.“ Rundum sei Kopf zufrieden, die gesteckten Ziele würden erreicht: „Nach drei Jahren haben die Flüchtlinge die Möglichkeit, an einen Ort ihrer Wahl zu ziehen – die Menschen hier, wollen in Neuried bleiben.“ Karin Geiser hat im Jahr 2014 das Netzwerk Gastfreundschaft in Neuried ins Leben gerufen. Zahlreiche Ehrenamtliche hatten das Ziel, den Flüchtlingen den Anfang und das Einleben in der fremden Umgebung zu erleichtern. Angeboten werden seither unter anderem Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung, ein Café, eine Fahrradwerkstatt und ein Angebot nur für Frauen, bei der Aktivitäten gestartet werden. „Jeder ist bei uns willkommen“, sagt Geiser.

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