Friedrich Schmidt

Referendum in Russland: Der wichtigste Punkt – leider vergessen

von befla

Die Wahl kommt zu den Menschen: Eine mobile Wahlurne am Donnerstag in Sibirien
Bild: Reuters

Am Mittwoch ist in Russland der zentrale Abstimmungstag über die geplante Verfassungsänderung. Es wird unter Bäumen, in Kofferräumen und auf Einkaufswagen gewählt. Das Ergebnis steht schon längst fest.

Russlands Zukunft erwächst gerade aus Pappkartons wie dem, der in der Stadt Brjansk auf einem Tischchen unter einem Baum steht. Auf dem Karton klebt ein Zettel: „Kabine für die Abstimmung“. Dahinter posiert eine Frau mit Mundschutz, Handschuhen und dem offiziellen Leibchen mit der Aufschrift „Gesamtrussische Abstimmung – Unser Land, unsere Verfassung, unsere Entscheidung!“

Ähnliche Bilder aus vielen Teilen Russlands zeigen improvisierte Urnen auf Parkbänken, in Bussen, Auto-Kofferräumen, Supermarkt-Einkaufswagen. Seit Donnerstag, dem Tag nach den nachgeholten Militärparaden zum Sieg von 1945, stimmen mehr als 108 Millionen Russen in Russland und im Ausland über Präsident Wladimir Putins Verfassungsreform ab. Der zentrale Abstimmungstag ist der morgige Mittwoch, dann endet das Plebiszit nach sieben Tagen – oder gar 21, wenn man hinzuzählt, dass Matrosen und Bewohner schwer zu erreichender Gebiete schon seit dem 10. Juni abstimmen konnten. Das ist in jedem Fall eine Rekordlänge.

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