Rust: Bombenalarm im Park vor Gericht - Lahrer Zeitung

Rust: Bombenalarm im Park vor Gericht – Lahrer Zeitung

von befla

Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Anrufer erhoben. Ein 34-Jähriger aus Lüdenscheid muss sich am 18. September vor dem dortigen Amtsgericht wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ verantworten – und zwar in zwei Fällen. Nur vier Tage nach der Falschmeldung von Rust soll der Angeklagte erneut Bombenalarm ausgelöst haben. Dieses Mal bei der Polizei in Bottrop-Kirchhellen, wo der Movie Park beheimatet ist. Auf dessen Gelände, hieß es am Telefon, habe ein Mann gerufen, er werde hier gleich alles in die Luft sprengen. Auch in diesem Fall wurde der polizeibekannte 34-Jährige als mutmaßlicher Anrufer ermittelt. Postenleiter: „Schnelles Handeln geboten“ Zum Prozessauftakt werden zwei Ruster Beamte nach Lüdenscheid reisen, wie Postenleiter Martin Baumann am Montag gegenüber der LZ erklärte. Er selbst als Ermittlungsführer sowie der Polizist, der den Anruf damals entgegennahm, seien als Zeugen geladen. Baumann betont, dass die Polizeiarbeit in Rust mitentscheidend für den raschen Fahndungserfolg gewesen sei: „Wir haben die uns vorliegenden Daten direkt an die zuständigen Kollegen in Nordrhein-Westfalen weitergeleitet.“ Weil Telefonfirmen Verbindungsnachweise nach einer Woche löschen müssten, sei schnelles Handeln geboten gewesen. Baumann ist sich sicher: „Wenn wir nicht so akribisch hinterher gewesen wären, wäre man dem Angeklagten nicht oder viel später auf die Spur gekommen.“ Der Vorfall im Europa-Park wurde erst rund ein halbes Jahr später im Rahmen der Vorstellung der Ruster Kriminalitätsstatistik publik gemacht. Man habe „niemanden auf dumme Gedanken bringen wollen“, so Baumann damals. Von der vermeintlichen Bedrohungslage hätten die anderen Besucher „wenig bis nichts mitbekommen“ – von einer Evakuierung des Park-Geländes sei man „weit entfernt“ gewesen. Über das Motiv des Mannes, der verdächtigt wird, für die beiden falschen Bombenalarme in Rust und Bottrop verantwortlich zu sein, ist nichts bekannt. Er ist bei der Staatsanwaltschaft allerdings kein Unbekannter. Laut dem Westfälischen Anzeiger wurde der britische Staatsbürger mit pakistanischen Wurzeln bereits im Jahr 2017 wegen Nötigung, Beleidigung, Bedrohung und versuchter Körperverletzung zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Bei dem Prozess im September muss sich der Mann, der laut einem früheren Gutachten als Autist gilt unter einer Intelligenzminderung leiden soll, zudem wegen Exhibitionismus vor Kindern verantworten. Möglicherweise bleibt er bis zu Beginn des Gerichtsverfahrens hinter Gitter.

OrtenauTV abonnieren

Das könnte dich auch interessieren

Hinterlasse einen Kommentar