SC Freiburg vermisst seine Zuschauer

von befla

Fußball-Bundesligist SC Freiburg will trotz Geisterkulisse am heutigen Samstag zu Hause gegen den Vorletzten Werder Bremen gewinnen. SC-Coach Streich stärkt Trainer-Kollege Kohlfeldt den Rücken.

Nach dem Unentschieden in Leipzig zum Re-Start der Fußball-Bundesliga­ geht es für den SC Freiburg (7./37 Punkte) am heutigen Samstag (15.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den abstiegsgefährdeten SV Werder Bremen (17./18 Punkter) weiter. Die Zuschauer werden den Freiburgern dabei noch etwas mehr fehlen als auswärts. Luca Waldschmidt fällt wahrscheinlich aus.

Ungewohnte Anreise
Die vergangene Woche haben die Freiburger komplett im Hotel verbracht, weil diese Quarantäne Teil des Hygiene- und Organisationskonzeptes der DFL war. Nach der Rückkehr aus Leipzig durften Spieler und Trainer wieder nach Hause, werden die Nacht vor dem Heimspiel gegen Bremen aber vorschriftsgemäß wieder im Hotel verbracht haben. „Das machen wir zum ersten Mal, das ist ungewohnt“, sagte SC-Trainer Christian Streich. Das gilt auch für die Anreise mit dem Bus, schließlich kommt er sonst mit dem Fahrrad.

Petersen gegen Ex-Klub
Einen weiten Weg hat auch Nils Petersen normalerweise nicht. „Für mich wird es seltsam, wenn ich um 15.30 Uhr ein Bundesligaspiel habe, und um 17.30 Uhr unter meiner eigenen Dusche stehe“, erklärte der Toptorjäger des SC vor der Partie gegen seinen Ex-Verein, für den er immer noch große Sympathien hat. Petersen hofft, dass die Bremer noch „zwei Mannschaften hinter sich lassen oder schlimmstenfalls die Relegation überstehen“. Am Samstag konzentriert sich Petersen aber darauf, mit dem Sport-Club die 40-Punkte-Marke erreichen. Das ist an diesem Spieltag zu schaffen.

Leere Ränge tun dem SC „mehr weh“
Motivieren müssen sich die Spieler allerdings selbst. „Die Fans werden uns auf jeden Fall fehlen, weil wir von unserem Publikum leben“, bedauerte Petersen. Und sein Trainer vermutet, dass die leeren Ränge dem Sport-Club „mehr weh tun als den Top-Mannschaften, weil die so viel Qualität haben, dass sie sich vollständig darauf verlassen können“. Trotzdem wolle seine Mannschaft spielen, „als wenn die Hütte voll wäre“.

Waldschmidt fraglich
Bis auf den in Leipzig eingewechselten Stürmer Luca Waldschmidt, dessen Einsatz wegen Problemen im Sprunggelenk fraglich ist, kann Streich auf den gleichen Kader wie in der Vorwoche setzen.
Dass bereits eine englische Woche bevorsteht, habe keinen Einfluss auf die Personalplanungen für das Spiel gegen Bremen. „Die Jungs sind fit, und jetzt spielen die elf, von denen wir denken, dass es die beste Aufstellung ist“, sagte der SC-Coach, der mit dem Sport-Club bereits wieder am Dienstag in Frankfurt spielt.

Streich stärkt Kohlfeldt den Rücken
Während die Freiburger den letzten Saisonspielen auch unter den ungewöhnlichen Umständen entspannt entgegensehen, sich möglicherweise sogar noch die internationalen Plätze als neues Ziel stecken können, haben die Bremer diese Träume längst begraben müssen und stecken tief im Abstiegskampf. Wie die Verantwortlichen bei Werder stärkte aber auch Streich Trainerkollege Florian Kohfeldt demonstrativ den Rücken. Der 37-Jährigen sei „ein absoluter Fußballfachmann und durch und durch Grün-Weiß, da geht nicht mehr, menschlich ist er total in Ordnung und ein ganz reflektierter Mann“.

Werder anfällig bei Standards
Ihm deshalb die Punkte zu überlassen, so weit gehen die Sympathien aber doch nicht. Vielmehr hofft Streich, dass sein Team aus „Werders Problemen Kapital schlagen kann“. Dazu zählt beispielsweise die Anfälligkeit bei Standards. Beim 2:2 im Hinspiel hatte Petersen in der 90. Minute nach einem Freistoß den Ausgleich erzielt. Und am vergangenen Samstag in Leipzig hat der SC mit einem Tor nach einer Ecke und einem aberkannten Treffer nach einem Freistoß wieder seine Gefährlichkeit nach ruhenden Bällen bewiesen.

OrtenauTV abonnieren

Hinterlasse einen Kommentar