SPD-Übergangschef Schäfer-Gümbel wirft Grünen Populismus nach Art der AfD vor

SPD-Übergangschef Schäfer-Gümbel wirft Grünen Populismus nach Art der AfD vor

von befla

Angesichts ihres Umfrageaufschwungs werden die Grünen zunehmend von SPD und Union attackiert. Der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel warf ihnen eine populistisch vereinfachende Politik nach Art der AfD vor. „Die Grünen versuchen im Moment, alles Elend dieser Welt zu reduzieren auf die Frage des Klimawandels“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. Das sei genauso falsch wie die Politik der AfD, die die Migrationsfrage zum Übel der Welt erklärt habe. „Beides verkürzt Politik in grotesker Weise.“ Schäfer-Gümbel führt die Partei nach dem Rücktritt von Andrea Nahles übergangsweise zusammen mit den Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer und Manuela Schwesig.

Er warf den Grünen zudem vor, die soziale Frage in Deutschland sei ihnen „schnurzegal“. „Es gelingt ihnen, im Moment gar keine Position mehr zu vertreten und sich so zum Objekt politischer Heilserwartungen zu stilisieren“, kritisierte er. „Das wird spätestens dann klar werden, wenn die Grünen im Bund in politische Verantwortung kommen. Dann müssen sie konkret werden – und darauf sind sie nicht vorbereitet.“ Auch beim Kohleausstieg redeten sie nur über Jahreszahlen. „Aber sie liefern gar nichts – nicht beim Netzausbau, nicht bei der Technologieentwicklung, nicht in der Industriepolitik.“

Die Grünen haben in den Umfragen ihre Werte innerhalb eines Jahres etwa verdoppelt und liegen Kopf an Kopf mit der Union, während die SPD abgestürzt ist und inzwischen mit der AfD um den dritten Platz konkurriert.

Attacken auch von CDU und CSU

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“, die Grünen stünden „für Enteignungen, für höhere Steuern, für Blockaden in der Migrationspolitik. Das ist das Gegenteil unserer Politik und dessen, was gut für Deutschland ist. Genau das werden wir entschieden herausstellen.“

Seinen Kollegen von der CSU, Markus Blume, zitiert das Magazin mit den Worten, die Union werde die Grünen „in einer sachlich harten Auseinandersetzung bei allen Themen zwingen, Farbe zu bekennen. Wir werden zeigen, dass wir die bessere, nämlich die funktionierende Klimaschutzpolitik machen.“ Die Grünen seien zudem bei wirtschaftlichen, sozialen und sicherheitspolitischen Themen „in der Realität ganz schwach“, sagte Blume.

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