Staatsanwalt in Riad: Tötung Khashoggis geschah mit Vorsatz

Staatsanwalt in Riad: Tötung Khashoggis geschah mit Vorsatz

von befla

Der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi ist nach Angaben eines saudi-arabischen Staatsanwalts vorsätzlich getötet worden. Die Untersuchungen würden nun auf Basis der Erkenntnisse fortgesetzt, die von der gemeinsamen Ermittlungsgruppe gewonnen worden seien, sagte er am Donnerstag dem staatlichen Sender al-Echbarija.

Khashoggi war Anfang Oktober in das saudi-arabische Konsulat in Istanbul gegangen, um Unterlagen für seine Hochzeit abzuholen. Saudi-Arabien hatte erst nach wochenlangem Dementi eingestanden, dass Khashoggi dort getötet wurde. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman kündigte eine strenge Bestrafung der Täter an. Der 33-Jährige steht unter zunehmendem Druck des Westens: Präsident Donald Trump sagte, der Kronprinz trage die Verantwortung für den Einsatz, der zum Tod des Regierungskritikers geführt hatte.

Die bisher von Riad offiziell verbreitete Version zu dem Todesfall besagt, dass Khashoggi während eines Besuchs des  saudi-arabischen Konsulats in Istanbul bei einem „Faustkampf“ zu Tode gekommen sei. Diese Darstellung wird international jedoch stark angezweifelt.

So wirft Saudi-Arabiens Verbündeter Amerika der Regierung in Riad eine Vertuschungsaktion vor. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete die Tötung Khashoggis als einen mehrere Tage im Voraus geplanten „politischen Mord“. Nach türkischen Angaben wurde Khashoggi von saudi-arabischen Agenten getötet.

Die wegen des Falls international massiv unter Druck stehende saudi-arabische Regierung sicherte zu, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Am Mittwoch hatte Thronfolger Mohammed bin Salman die Tötung als einen „abscheulichen Vorfall“ verurteilt und „Gerechtigkeit“ versprochen. Er wird verdächtigt, die Tötung des kritischen Journalisten in Istanbul womöglich selbst angeordnet zu haben.

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