Trump behauptet auf Twitter: Chinesische Truppen vor Hongkong?

Trump behauptet auf Twitter: Chinesische Truppen vor Hongkong?

von befla

Bei Protesten Tausender Regierungskritiker im Flughafen Hongkong ist es abermals zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Dutzende Beamte mit Schlagstöcken, Helmen und Schilden drangen in den von Aktivisten besetzten Flughafen ein, der wegen der Blockade stundenlang komplett lahmgelegt war. In der Nacht (Ortszeit) beruhigte sich die Lage vorerst wieder. Die meisten Aktivisten gingen nach Hause, auch die Polizei zog sich zurück. Auf dem Flughafen landeten wieder Flugzeuge.

Nun sollen die amerikanischen Geheimdienste Donald Trump darüber informiert haben, dass Truppen der chinesischen Volksbefreiungsarmee an die Grenze zu Hongkong gebracht würden – das berichtete Trump am Dienstag über Twitter. Er mahnte, alle Beteiligten sollten Ruhe bewahren und für Sicherheit sorgen. Kurz zuvor hatte er mit Blick auf die angespannte Lage gesagt: „Ich hoffe, niemand wird verletzt. Ich hoffe, niemand wird getötet.“

Dies scheinen Video, die im Internet kursieren, zu bestätigen: Sie zeigen massive Truppenbewegungen an der Grenze zu Hongkong. Auch verschiedene Medien hatten bereits über eine wachsende Präsenz des chinesischen Militärs an der Grenze berichtet. Nach Angaben Amerikas hat die chinesische Regierung zudem zwei amerikanischen Kriegsschiffen einen Aufenthalt im Hafen von Hongkong verweigert.

„Die Dinge eskalieren immer mehr“

Schon seit gut zwei Monaten liefern sich militante Demonstranten Gefechte mit der Polizei: In der Sieben-Millionen-Metropole kommt es immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Gewalt enden. Auslöser war ein – inzwischen auf Eis gelegter – Gesetzentwurf der Regierung zur erleichterten Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Diese Rechte sehen viele nun in Gefahr.

Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte sich ebenfalls besorgt. „Die Dinge eskalieren immer mehr. Deswegen kann man nur appellieren, dass sich alle Seiten zurücknehmen“, sagte er bei einem Besuch in New York. „Wichtig wird für uns allerdings auch bleiben, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht beeinträchtigt wird.“

Nach einem Bericht der Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ drangen die Polizisten am Abend in das Flughafengebäude ein, um einem Mann zu helfen, der über Stunden von Demonstranten festgehalten und beschuldigt worden sei, ein Agent vom chinesischen Festland zu sein. Sanitäter brachten den Mann schließlich aus dem Flughafen. Vor dem Gebäude wurden demnach Polizeifahrzeuge angegriffen und Fenster eingeschlagen.

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