Uber-Fahrten in Deutschland sollen sicherer werden

Uber-Fahrten in Deutschland sollen sicherer werden

von befla

Uber-Fahrten sollen sicherer werden. Deshalb führt der amerikanische Fahrdienst-Vermittler nun auch in Deutschland ein neues Paket von Sicherheitsfunktionen für Passagiere und Fahrer ein.

Die wichtigste Neuerung ist wohl ein Notfallhilfe-Knopf in der App. Mit dieser Funktion sollen lokale Behörden alarmiert werden können. In der Notfallnachricht werden auch Informationen über den Standort, das Automodell und das Kennzeichen des Autos übertragen, teilte Uber am Mittwoch mit.

Zudem können Fahrgäste und Chauffeure in der App Vertrauenspersonen einspeichern, denen sie bei einem unguten Gefühl während einer Fahrt die Routeninformationen übermitteln können. Uber stand unter Druck, mehr für die Sicherheit von Passagieren und Fahrern zu tun. Für besonders heftige Kritik hatte vor einigen Jahren die Vergewaltigung einer Frau durch einen Fahrer in Indien gesorgt. Unter anderem in Amerika wurden auch mehrfach Fahrer von Passagieren bedroht.

Der größere Fokus auf Sicherheit könnte auch mit dem anstehenden Börsengang zusammenhängen. Gestern war bekanntgeworden, dass der Taxi-Konkurrent Uber schon Anfang des kommenden Jahres an die Börse gehen könnte. Banken, die sich um die Organisation des Börsengangs bewerben, bewerteten den Fahrdienst dabei mit 120 Milliarden Dollar, berichtet das „Wall Street Journal“.

Diese Summe ist doppelt so groß wie die Bewertung von Uber während der jüngsten Finanzierungsrunde vor zwei Monaten. Und zugleich mehr als die die drei großen amerikanischen Automobilhersteller General Motors, Ford und Fiat Chrysler zusammen an der Börse wert sind.

Um sich für diesen Börsengang zu rüsten, denkt Uber auch über den Verkauf von Minderheitsanteilen an seiner kostspieligen Entwicklung selbstfahrender Autos nach. Die Erwägungen seien Teil der Pläne des Taxi-Konkurrenten, dem steigenden Kostendruck vor dem Börsengang zu begegnen, berichtete die „Financial Times“ am Mittwoch.

Dabei sei auch eine Abspaltung in eine separate Geschäftseinheit möglich. Uber wolle aber die operative Kontrolle und die Mehrheitsbeteiligung behalten, allerdings könnten externe Partner sich die Kosten für die Entwicklung und letztlich die Vermarktung der autonomen Fahrtechnik teilen. Einige mögliche Investoren hätten bereits Interesse signalisiert. Eine Stellungnahme von Uber gab es zunächst nicht.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi hatte noch im vergangenen Monat erklärt, es gäbe keine Pläne, die Sparte zur Entwicklung selbstfahrender Autos zu verkaufen. Diese werde nach dem Börsengang weiter ein Teil von Uber sein, aber sie werde mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten, die selbstfahrende Technologien entwickeln.

Nach einem tödlichen Unfall mit einem Uber-SUV hat der Fahrdienst sein Engagement in diesem Bereich stark zurückgefahren. Toyota kündigte allerdings Ende August eine Partnerschaft mit Uber zur Entwicklung des autonomen Fahrens an. Der japanische Autobauer investiert dazu 500 Millionen Dollar in das amerikanische Unternehmen.

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