Von fünf bis elf Jahren: EMA empfiehlt Zulassung von BioNTech-Impfstoff für Kinder

Von fünf bis elf Jahren: EMA empfiehlt Zulassung von BioNTech-Impfstoff für Kinder

von befla

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gegeben. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Donnerstag eine Erweiterung der Zulassung. Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden. Dies gilt aber als Formsache. 

Die Dosis für diese Altersgruppe werde laut EMA geringer sein als für Patienten ab zwölf Jahren. Sie werde aber ebenfalls als zwei Injektionen in den Oberarm im Abstand von drei Wochen verabreicht. Das Comirnaty genannte Vakzin war am 21. Dezember 2020 als erster von mittlerweile vier Impfstoffen EU-weit zugelassen worden, zunächst für Menschen ab 16 Jahren. Ende Mai wurde die Zulassung auf Kinder ab zwölf erweitert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag erklärt, die gesamte EU erhalte die Lieferung des Kinder-Impfstoffs am 20. Dezember, Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag. BioNTech bestätigte den Zeitplan. „Pfizer und BioNTech gehen nach wie vor davon aus, dass die ersten Dosen am 20. Dezember an alle EU-Mitgliedsstaaten geliefert werden können. Mit der Lieferung an Deutschland kann etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden Kinder zwischen fünf und unter zwölf Jahren geimpft werden“, äußerte eine Sprecherin des Mainzer Herstellers. Der Zeitplan sei immer wieder mit Vertretern der EU-Kommission besprochen und vergangene Woche final bestätigt worden. Eine frühere Lieferung sei nicht zu erwarten: „Alle vorgelagerten Prozesse wurden auf diesen Stichtag ausgerichtet.“

In Deutschland will die Ständige Impfkommission STIKO ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor Jahresende abgeben. Der Vorsitzende der STIKO, Thomas Mertens, hatte gesagt, er könne nachvollziehen, wenn Eltern einer Impfung ihrer Kinder skeptisch gegenüberstünden. „Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die STIKO mit ihrer Empfehlung steht – nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen „Restrisiken“ bei den Kindern in dieser Altersgruppe“, sagte Mertens der Schwäbischen Zeitung zur Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren.

In einer Zulassungsstudie der Firma BioNTech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen. Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen. Man bereite die Entscheidung über eine Empfehlung vor, sagte Mertens.

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